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Weinbauer Seidl: 'Klimakrise und Wein – wird das in Österreich funktionieren?"
 Weinbauer Seidl: 'Klimakrise  und Wein – wird das in Österreich funktionieren?"
Unterretzbach, 22.06.2020

Weinbauer Seidl: "Klimakrise und Wein – wird das in Österreich funktionieren?"

Die erste bewegende Stimme des Projekts „Voices of Climate Change“ spricht ebenso deutliche Worte über die Klimakrise wie über die notwendigen Veränderungen. Mit Winzer Franz Seidl startet die aktuelle Kampagne des Klimavolksbegehren, bei der Betroffenen von ihren Erfahrungen über die Auswirkungen der Klimakrise berichten.

Die Erde als fruchtbaren Garten erhalten
Winzer Franz Seidl betreibt seit 30 Jahren mit seiner Familie Weinbau in Unterretzbach im nordwestlichen Weinviertel. Die Arbeit als Winzer bedeutet für ihn Eingebundensein in den Kreislauf der Natur.
Umso erschreckender ist es für ihn, dass die Jahreszeiten so gut wie verschwunden sind. Auch die Vegetationsperioden verschieben sich nach vorne. Wurden die Trauben noch vor einigen Jahren erst Ende Oktober Anfang November reif, so wird jetzt bereits im August geerntet. Dazu kommen lange Phasen der Trockenheit sowie vermehrte Spätfröste und Hagel, die für massive Ernteausfälle sorgen.
„Es ist unsere Verantwortung, dass die Erde als fruchtbarer Garten erhalten bleibt“, unterstreicht Seidl die Wichtigkeit gegenzusteuern. 2019 war laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) nach 2003 der wärmste Sommer der Messgeschichte.

Extreme Hitze
Franz Seidl erzählt, dass die extreme Hitze - vor allem zwischen 13 und 17 Uhr - viele Aufgaben in der Natur kaum mehr zulässt, wodurch sich die Arbeit im Weingarten zu einem großen Teil in die Nacht verschiebt.
Diese Verlagerung stört wiederum die natürlichen Kreisläufe der Tages- und Nachtzeiten bei Mensch, Tier und Natur. Im Sommer fehlt die Feuchtigkeit, im Winter versinkt man aufgrund des fehlenden Frosts im Boden.
Diese Zustände lösen bei Franz Seidl depressive Verstimmungen aus: „Wenn wir so weitermachen wie bisher, werden wir diese Gegend irgendwann nicht mehr bewohnen können.“ Der Weinberg ist für den Winzer ein Lebensraum, der Rebstock das Abbild menschlichen Lebens und Lebensbegleiter zugleich.
„Die Corona- wie auch die Klimakrise haben uns die Augen geöffnet für eine andere Wirtschaftsweise, in der weder Energie noch Ressourcen verschleudert werden dürfen.“ Eine Anpassung an die Veränderungen durch die Klimakrise ist seiner Meinung nach zu wenig. Er ist davon überzeugt, „dass wir die Natur für das Klima erhalten müssen, sie zeigt den Menschen seit jeher ganz deutlich, was sie braucht.“ Alles andere führe zu einer Abwärtsspirale. „Das Volk und die Politik müssen an einem Strang ziehen, um jetzt wirkliche Veränderungen zu erreichen. – Dann ist auch der Wein in Österreich nicht gefährdet“, bekräftigt er seine Unterstützung des Klimavolksbegehrens, das man vom 22.-29. Juni unterschreiben kann.

Foto: zVg

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