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Flughafen Wien hat Kritik satt und stellt mobile Messtätigkeit in Oberhausen, Mühlleiten und Probstdorf ein
 Flughafen Wien hat Kritik satt und stellt mobile Messtätigkeit in Oberhausen, Mühlleiten und Probstdorf ein
Groß-Enzersdorf, 29.07.2020

Flughafen Wien hat Kritik satt und stellt mobile Messtätigkeit in Oberhausen, Mühlleiten und Probstdorf ein

Im Kampf gegen den Fluglärm geht es Adi Obrist, Sprecher der BI Lärmschutz Großgemeinde Groß-Enzersdorf, vor allem um eines: „Die uneingeschränkte Einsicht in die Messprotokolle, solange uneingeschränkt über uns geflogen wird“, so Obrist. Der Flughafen Wien führt zwar mobile Messungen durch, um die tatsächliche Lärmbelastung im Bereich der Großgemeinde zu erfassen. Wie der BI-Sprecher aber beteuert, würden die Aufstellungsorte seitens des Flughafens oft so gewählt werden, dass keine objektive Messung und Wiedergabe der Fluglärmbelastung möglich sei.

Obrist führt als Beispiel die Messung in Oberhausen Neue Volksschule an, die durch den gegenüber stattfindenden Baulärm einer Wohnhausanlage beeinflusst wurde. Den Standort habe man dann gewechselt. In Schönau wurde das Messgerät nahe den Glascontainern aufgestellt. Also an einem Ort mit hoher Grundlärmbelastung. Obrist: „Die Geräte werden an vielen Stellen ganz nahe an Waldstreifen aufgestellt. Das absolut nicht als störendes Geräusch empfundene Vogelgezwitscher (ca. 50 – 55 dB aus 10 bis 15 Meter) wird in den Messprotokollen als störender Umgebungslärm gewertet“.
Die – wie Obrist meint - vom Flughafen angestellten Vergleiche mit Naturgeräuschen ließen die Fluglärmgeräusche als geringste Geräuschbelastung aufscheinen. Für Obrist ein nicht zufriedenstellendes Messergebnis, bei dem er die „tendenzfreie und objektive Abbildung“ vermisse. Diese Bedenken betonte Obrist dem Leiter des Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement Flughafen Wien, Mario Roch, gegenüber, der wiederum Obrist´s Kritik nicht nachvollziehen kann.

In einem Schreiben an Obrist erörtert Roch fachkundig die Vergleichspraxis des Flughafens und dementiert darin entschieden die Vorwürfe des BI-Sprechers. Wie Roch versichert, würden die Messberichte sehr wohl die von Obrist in Abrede gestellten Spitzenwerte ausweisen. Sämtliche Vorwürfe des Fluglärmaktivisten, wie z.B. „gröbste Verfälschung“, völlig fehlweisende Auswertung“, „Fluglärm geringer darzustellen und zu schrumpfen“ usw. entbehren – wie Roch entrüstet feststellt – jeglicher Grundlage.

Mobile Messungen für 2020 eingestellt
Die jahrelangen Diskussionen über Aufstellungsort, Zeitpunkt und Durchführung der Messungen und Messberichte im Bereich Oberhausen, Mühlleiten und Probstdorf sei der Ziviltechniker des Flughafens Wien leid. Er verzichtet somit heuer auf weitere Messungen in den erwähnten Orten und schlägt Obrist vor, schalltechnische Infos von einem Ziviltechniker auf eigene Kosten erheben zu lassen.
Flughafensprecher Peter Kleemann steht voll und ganz hinter dieser Haltung. Seit mehr als 15 Jahren versuche das Dialogforum mit zahlreichen Bürgerinitiativen und allen fluglärmbetroffenen Gemeinden einen konstruktiven Dialog zu führen. Dieses Modell – wie Kleemann betont – sei europaweit einzigartig. Mit Adolf Obrist stehe man direkt und über die Bezirkskonferenz in Kontakt und übermittle ihm immer wieder umfangreiche und detaillierte Informationen auf dessen Anfragen.

Die aktuell geäußerte Kritik Obrists an den Messergebnissen des Flughafens sei nicht nachvollziehbar, da alle Lärmmessungen in Abstimmung mit den Dialogforum-Mitgliedern erfolgen würden und im Detail öffentlich einsehbar seien. Die Ergebnisse seien laut Kleemann technisch fundiert und werden von allen Mitgliedern des Dialogforums anerkannt. Sie seien jedenfalls korrekt und werden von Obrist „missinterpretiert und in unsachlicher und untergriffiger Art und Weise gegen den Flughafen und seine Beschäftigten verwendet“.

Da Obrist – wie Kleemann sagt – die Lärmmessungen in keinster Weise anerkennt, sei für den Flughafen Wien auch nicht nachvollziehbar, warum der BI-Sprecher dennoch eine Fortführung der Messungen verlange. Der Flughafen Wien zieht daraus den Schluss, dass ein konstruktiver und lösungsorientierter Dialog mit Obrist nicht möglich sei. Vielmehr werde man den Dialog „mit all jenen Betroffenen fortsetzen, die an einer konstruktiven Bearbeitung der Fluglärmthematik interessiert sind und die Messstandorte wie bisher gemeinsam mit den Gemeinden und Bürgerinitiativen der ARGE gegen Fluglärm definieren“.
Maria Köhler

Foto: zVg

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